Im ältesten Fachwerkhaus Göttingens befindet sich seit 2015 das Günter Grass Archiv. Das um 1310 errichtete Gebäude in der Düsteren Straße dient dabei als Ausstellungsfläche für wechselnden Ausstellungen zu Grass’ literarischem und künstlerischem Schaffen. Es ist während dieser Ausstellungen und im Rahmen von Führungen zugänglich. Das Archiv als solches liegt in der Staats- und Universitätsbibliothek und ist dort für Forschungszwecke im Lesesaal des Historischen Gebäudes auf Anfrage einsehbar. Beim Literaturherbst 2022 wurde als ein Ergebnis des Forschungsprojektes zur Erfassung des Grass-Archivs das Buch »Grass als Buchkünstler« vorgestellt.

Zunge zeigen.
Günter Grass und Dayanitha Singh in Calcutta


In den 1980er Jahren verbringt Günter Grass mehrere Monate in Calcutta. Zeichnend und schreibend hält er fest, was in Europa nur in Form von Statistiken ankommt: Armut und Zerfall, Überlebenswille und Widerstandskraft, die Slums und ihre Bauarten, die Mülllandschaften und ihre Bewohner. Fast zwanzig Jahre später kehrt er zurück in die indische Metropole und wird für einige Tage von der Fotografin Dayanitha Singh begleitet. Dabei macht sie Fotografien, die Grass’ Motive aufgreifen und variieren. Die Ausstellung stellt diese beiden Perspektiven – des europäischen Autors und Zeichners und der indischen Fotografin – gegenüber und bringt sie miteinander ins Gespräch. Ausstellungseröffnung mit einführenden Worten von Heinrich Detering, Lisa Kunze und Gerhard Steidl.

Öffnungszeiten
Fr 14 – 18 Uhr
Sa + So 11 – 18 Uhr

19. Okt. 2025 – 11. Jan. 2026
Eintritt frei

Günter Grass Archiv Göttingen
Düstere Straße 6

Heinz Rosenberg. Jahre des Schreckens
Lesung und Gespräch


Im November 1941 wurde Heinz Rosenberg von Hamburg in das Ghetto Minsk deportiert. Die Familie Rosenberg hatte bis 1933 in Göttingen gelebt und war vor dem Antisemitismus in der Stadt nach Hamburg geflüchtet. Ihre Firma, die »S&A Rosenberg«, wurde arisiert und in »Göttinger Leineweberei« umbenannt. Heinz Rosenberg überlebte das Ghetto und die KZ Plaszow, Flossenbürg und Bergen-Belsen. Nach der Befreiung wanderte er in die USA aus. Seine Erinnerungen erschienen in erster Auflage 1985 im Steidl Verlag, übersetzt und bearbeitet von Hannah Vogt. Andrea Strube (Deutsches Theater Göttingen) liest aus den Erinnerungen und im Gespräch mit Michel Graver (Steidl Verlag) ordnet Stefan Wilbricht (Gedenkstätte Moringen) das historische Geschehen ein.

12. November 2025
19 Uhr, Einlass 18:30 Uhr

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe
»Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus«
Eintritt frei

Günter Grass Archiv Göttingen
Düstere Straße 6

Bisherige Ausstellungen im Günter Grass Archiv

Hans Grunert. Was übrig bleibt.
Literaturherbst 2023. 22.10.2023 - 7.1.2024


Jim Dine & Theseus Chan. The Illuminations.
17.7. - 17.9.2023

Der Tanz der Buchstaben. Günter Grass: Grimms Wörter.
Literaturherbst 2022. 21.10.2022 – 8.1.2023

Windbruch und Wortbruch. Günter Grass: Totes Holz.
9.7. – 25.9.2022

Günter Grass: Werke. Neue Göttinger Ausgabe.
Literaturherbst 2020. 18.10. – 15.11.2020

Ihr wisst mehr als ihr wisst. Handwerk.
mit dem Forum Wissen. 5.4. – 17.11.2022

Fotografien von Orhan Pamuk.
Literaturherbst 2018. 13.10. – 2.11.2018

Heinrich Böll. Zum 100. Geburtstag.
Literaturherbst 2017. 14.10. – 4.11.2017


Günter Grass: Vonne Endlichkait.
Eröffnung des Grass Archivs. 12.6. – 28.8.2015

Foto: Hans Grunert, Ausstellung "Vonne Endlichkait", 2016.

Das Günter Grass Archiv als Archiv ist vor allem das verlagsseitige Archiv der Zusammenarbeit zwischen Günter Grass mit seinen Verlegern Luchterhand (1956-1986) und anschließend insbesondere mit Gerhard Steidl (ab 1985). Nachdem Steidl 1986 den Band "In Kupfer, auf Stein", quasi ein Werkverzeichnis der Druckgrafik von Günter Grass, herausbrachte, führten beide ihre Zusammenarbeit bis zu Grass' Ableben fort. Dabei widmeten sie sich vor allem auch dem künstlerischen Schaffen von Günter Grass und entwickelten eine Art des gemeinsamen Büchermachens, die prägend für die weitere Arbeitsweise des Steidl Verlages wurde. Die Materialien, wie Typoskripte, Zeichnungen, Entwürfe, die in der Arbeit von und mit Grass angefallen sind, wurden vom Steidl Verlag gesammelt und 2015 der Universität Göttingen zur weiteren Erforschung übergeben. Dies führte zur systematischen Sichtung, Verschlagwortung und schließlich Inventarisierung aller Archivalien in der Kalliope-Datenbank.

Das Grass Archiv Göttingen in der Kalliope-Datenbank
Cod. Ms. Grass-Archiv

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt
Informationsseite der SUB Göttingen
Fundstücke aus dem Göttinger Grass-Archiv. Blog.

Foto: Gerhard Steidl

Heinrich Detering, Lisa Kunze (Hg): Grass als Buchgestalter, Steidl 2022.

Vergangene Veranstaltungen im Günter Grass Archiv

10. Mai 2025
stille hunde: Bücher brennen!
Szenische Lesung zum Tag der Bücherverbrennung


2. April 2025
Anne Franks Tagebuch
Szenische Lesung des jungen theaters göttingen


3. Dez. 2024
Christoph Heubner. Auschwitz Erzählungen
Lesung und Gespräch in der Reihe im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus


10. Mai 2025
stille hunde: Bücher brennen!
Szenische Lesung zum Tag der Bücherverbrennung


März - April 2024
WoQua-Göttingen.
Infoabende zum Wohnquartier Düstere straße 1


18. Jan. 2024
Mascha Kaléko & Gertrud Kolmar
Lyrikabend mit Andreas Jessing


31. Juni 2023
eben lacht es, bums da weint es.
Szenischer Liederabend mit Chansons von Friedrich Hollaender


16. April 2023
eben lacht es, bums da weint es.
Szenischer Liederabend mit Chansons von Friedrich Hollaender


28. Januar 2023
offene Lesebühne
mit Marielle Moll und Joachim Linn

Günter Grass Archiv
Düstere Straße 6
Göttingen

Rückfragen
Michel Graver
michel@steidl.de

Das Günter Grass Archiv Göttingen ist eine Einrichtung der Universität Göttingen (Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Zentrale Kustodie) und des Steidl Verlages. Diese Seite dient der Information über Aktivitäten im Gebäude des Grass Archivs und wird im Rahmen der Arbeit der Kulturmaps Göttingen und der regionalen Vermittlung des Steidl Verlages bespielt.

Kulturmaps Göttingen
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